October 28, 2009
Das Chamäleon. Ein Mensch wie du und ich.

Erst kam der Urknall, dann lange nichts und nach ein paar verdammt heißen Jahren kamen die ersten Echsen aus dem Nichts. Unter ihnen: das Chamäleon. Rauher als jede Stahlbürste und auch sonst nicht sehr kommunikativ. Diese Urtiere hatten großes Glück und kamen mit eingebauter Klimaanlage auf die Welt.

Zwar würde man sie auf den ersten Blick nicht mit uns Menschen verwechseln, aber in Sachen innerer Werte ticken wir ähnlicher als es manchen von uns recht ist. Ein paar Beispiele:

Stehen wir nackt im Treppenhaus und werden beim Blumen gießen erwischt, laufen wir rot an. Nach einer durchzechten Nacht sind wir dunkelblau. Bei einer dicken Grippe sind selbst die braunsten Sonnenstudiofans kalkweiß. Genau wie das Chamäleon. Einziger Unterschied: Der Baum- und Strauchbewohner aus besseren Zeiten kann in Sachen Emotionen nicht bescheißen. Es passiert einfach so. Zack, neue Farbe.

1:0 für das Chamäleon. Und auch die Farbübergänge bekommen wir nicht so smooth hin. Da können wir noch so lange üben. Aber dieser gemütlich kriechende Regenbogen hat noch einige andere saubere Features: Schnalzzunge und Greifschwanz.

Das heißt vor allem: kein Streß bei der Nahrungssuche. Einfach irgendwo hinkriechen, das richtige Make-up auflegen und Zunge und Schwanz locker kreisen lassen. Da bleibt immer was hängen.

Auch sonst läßt es sich das Chamäleon gut gehen. Immer schön die Sonne auf das Schmiergelpapier scheinen lassen. Am allerliebsten in Afrika, Spanien, Indien, Ceylon und Madagaskar. Respekt, sehr chillig dieses Tier. Und so menschlich.

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