October 28, 2009
Eichhörnchen-Blues.

Es war einmal ein kleines Eichhörnchen. Seine Spielplätze waren Urwälder aus Eichen, Birken und Kastanienbäumen.

Die meiste Zeit aber verbrachte es im Schatten der Blätter und hörte den Vögeln beim Zwitschern zu. Obwohl es in seinem kurzen Leben noch nicht viel gesehen hatte, war es ziemlich sicher, daß alles gut bleiben wird.

Bis eines Tages der Krieg ausbrach.

Heerscharen von Menschen mit Helmen rückten an, und legten nach und nach einen um den anderen Baum um. In diesen drei Wochen hat das Eichhörnchen seinen Bruder Hasel und seine Schwester Nuß verloren.

Mit den Männern kamen auch Bagger und Kräne. Sie machten seine Ruheplätze dem Erdboden gleich.

Was noch schlimmer war: Die Menschen und ihre Maschinen vernichteten beinahe alle seine Futterplätze. Von seinen Freunden ist heute keiner mehr hier. Sie leben jetzt fünf Häuserblöcke weiter in einer prächtigen Kastanienallee.

Sie nennen sich „Die Nager mit den goldenen Nüssen“ und verteidigen ihre Wohngegend aufs Härteste gegen unerwünschte Eindringlinge.

Eichhörnchen sein ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

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